Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Johannes 12, 24

Pfarrerin Cornelia Hole (ev)

16.11.2014 in der Martinskirche Altburg und der Lukaskirche Oberreichenbach

zum Volkstrauertag

© dpa

“Blood Swept Lands and Seas of Red" heißt die Installation am Tower in London. Seit August werden dort Mohnblumen aus Keramik aufgestellt. 888.246 Blumen sollen es am Ende sein, für jedes Opfer des Ersten Weltkriegs aus Großbritannien und dem Commonwealth eine. Bildquelle: dpa

Anmerkung: Die Verfasserin war von 2011-2014 Pfarrerin in den deutschsprachigen Gemeinden im Pfarramtsbereich London-West & Oxford, ab Sommer 2014 im Nordschwarzwald. Die Predigt orientiert sich an der Idee einer dramturgischen Homiletik und setzt einzelne Szenen und Erinnerungen zu einem Ganzen zusammen.

 

 

 

 

Ein Meer von Mohnblumen – Und das Leben siegt doch. - 10. August 2014, London (Southwark)

10. August 2014. Wir stehen oben auf dem Shard, „Scherbe“ genannt dank seiner zerklüfteten Spitze und der Glasfront, dem höchsten Gebäude Europas. Ein letzter Blick auf London aus dem 72. Stock in 310m Höhe. Wir versuchen die Wege nachzuvollziehen, die wir in den letzten Jahren oft gegangen sind, einzelne Gebäude zu lokalisieren. Doch was ist das da unter uns, vor dem Tower? Es sieht aus wie ein rotes Meer. Sind das Blumen? Allerdings, erfahre ich letzte Woche von der tagesschau-Seite. Aus Keramik. 888.246 an der Zahl, für jedes Opfer des Ersten Weltkriegs aus Großbritannien und dem Commonwealth eine. Die letzte wurde vergangenen Sonntag aufgestellt, dem Rememberance Sunday, unserem heutigen Volkstrauertag.

Mohnblumen soweit das Auge reicht. Engl. poppies, felderweise. Die ersten Blumen des Friedens, die auf den ehemaligen Kampffeldern wuchsen, auf denen unzählige Soldaten ihr Leben ließen. Verdun z.B.. Stellungskrieg. Töten, Territorium behaupten, Macht und Einfluss, die Richtigkeit der eigenen Überzeugungen geltend machen, durchsetzen, notfalls in die Köpfe schießen.

Noch heute sind die Mohnblumen das Zeichen des Gedenkens an die Gefallenen der Weltkriege. Und wehe, ein britischer Politiker trägt sie dieser Tage nicht am Revers … Schauen Sie mal auf die Fotos von Cameron und Co. Alle haben sie sie. Wenn nicht, rufen sie einen handfesten Skandal hervor. Mohnblumen, die an die Gefallenen erinnern: Gedenke derer, die nicht mehr zurückkommen, heißt das auf Britisch. Remember those, who won’t return. Gedenken. Erinnern.

 

 

„Hauptsach koin Kriag“  -  27. September 2014, Oberreichenbach

„Hauptsach koin Kriag“ – die Worte aus dem Mund der eben 100 Jahre alt gewordenen kommen mit Nachdruck, voller Überzeugungskraft. Egal, ob alles teurer wird, egal, ob ich Schmerzen habe, all das fällt nicht ins Gewicht, wenn man den Schrecken des Krieges ins Angesicht geschaut, das Flammeninferno über Pforzheim mit eigene Augen gesehen hat. Mühsam schiebt sie den Rollator vor sich her, ihr Bewegungsspielraum begrenzt sich auf zwei kleine Zimmer. Man sieht ihr die Schmerzen an. Es riecht nach Holzofen. Bilder an der Wand vom letzten Jahrhundert, sie als junge Frau. Blumen auf dem Tisch vom vergangenen Festtag. Hauptsach koin Kriag. Jahrgang 1914. Sie weiß, was sie sagt. Eine Botschaft, die ich mitnehme. Hauptsach koin Kriag. So einfach. So wahr.

 

 

 

„Fernsehen mitten am Tag“16. Januar 1991, Schwäbisch Gmünd

Genauso dachte ich als Kind auch. 1991. Uhlandschule Unterbettringen. Ich komme von der Grundschule nach Hause. Der Fernseher läuft. Meine Mutter sitzt davor. Das kommt sonst nie vor, da ist sie eisern. Kein Fernsehen vor acht Uhr abends, 15 Minuten Tagesschau, maximal ein Film, aus mit der Flimmerkiste, sonntags gar keines. Fernsehen mitten am Tag? Etwas Schlimmes muss passiert sein. „Ist Krieg?“, frage ich entsetzt. „Ja.“ Es macht nichts, dass das Land Kuwait heißt und weit weg liegt. Meine Kinderwelt ist erschüttert. Wie nur können wir Menschen dazu imstande sein, wir müssten doch nun viel schlauer sein als noch vor gefühlten Jahrhunderten. Es geht nicht in meinen Kinderkopf.

 

„Was geht’s mich an? Wird schon nicht so schlimm sein …“ - 2014 

24 Jahre später. Längst habe ich mich an den Anblick von Panzern und die immer neuen Nachrichten aus Kriegs- und Krisengebieten gewöhnt, alles scheint weit weg, der Alltag mit seinen kleinen und großen Sorgen im Vordergrund, da ist kein Raum für Gedanken an Konfliktzonen, die tausende von Kilometern entfernt sind. Ukraine, ja, das grenzt an Europa. Der Krieg rückt näher. Aber nur ein wenig. Die werden sich schon wieder einkriegen. Es weiß doch jedes Kind, dass Krieg nichts bringt. Und Krieg heißt es schon lange nicht mehr. Kampfeinsatz allenfalls, Verteidigungsbündnis, kurzfristige Intervention, Luftschläge. Nicht mehr Abertausende im Schützengraben, nein, unbemannte Drohnen aus sicherer Entfernung gesteuert, die erledigen das für uns. Bodentruppen, wo denkt Ihr hin, nur, wenn’s unbedingt sein muss. Wird schon alles nicht so schlimm sein. Die müssen nur ein wenig ihre Muskeln spielen lassen, damit sie wieder wer sind im eigenen Land. Wird schon alles nicht so schlimm sein. Was muss ich gleich nochmal für morgen noch vorbereiten, Klasse 2 und 4, der nächste Gottesdienst wartet auch schon. Was ist gleich wieder der Predigttext? Ach, auch noch Amos, selbsternannter Sozialprophet, von Gott berufener Moralapostel: „Ich kann das Geplärr Eurer Lieder nicht mehr hören. Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5, 23-24) Der hat gut mosern. Geplärr unserer Lieder. Soll er’s doch selbst besser machen. Gerechtigkeit für die Armen und Schwachen ist eben nicht immer, die Welt ist eben, wie sie ist und wir mitten drin und daran schuld. Wird schon alles nicht so schlimm sein. Irgendwie wird’s weitergehen. Mich betrifft das doch letztlich nicht. Und wenn, was kann ich – allein - schon ausrichten?

Was ist geschehen in den Jahren dazwischen? Ich versuche einige Erfahrungen und Bilder in die Zwischenzeit einzutragen, mein Blick auf die Dinge, der Blick einer Generation, die das Privileg hatte im Frieden aufzuwachsen und selbst das geteilte Deutschland nur bei halbem Bewusstsein zu erleben. Es ist eine zugegebenermaßen etwas experimentelle Zusammenstellung. Lassen Sie einfach die einzelnen Bilder vor Ihrem inneren Auge entstehen.

 

Hochzeit mit Kriegerdenkmal, doch nicht von Christo verhüllt - Frühsommer 2005, Schwäbische Alb

Frühsommer 2005. Ein kleines Dorf auf der Schwäbischen Alb. Hochzeit ist angesagt. Zielstrebig geht meine Schwester mit ihrem Verlobten auf dem Kiesweg auf die kleine Dorfkirche zu, in der sie konfirmiert wurde, in der sie auch ihre Hochzeit feiern will. Neben ihr mein Schwager, an die zwei Meter groß, einige Jahre älter als sie, Brite, zurückhaltend von Natur aus. Einige Meter vor dem Kircheneingang bleibt er plötzlich stehen: „Was ist das?“ Er scheint unwillkürlich in Deckung zu gehen. „Ach, das ist unser Kriegerdenkmal, das nehme ich schon gar nicht mehr wahr.“ „Hm“, sagt er und blickt zögerlich auf die Statue des in Stein gemeißelten Soldaten, „ich weiß nicht, ob wir hier feiern können. Meine Brüder, wohlgemerkt 7 an der Zahl, die werden ebenso wie ich an alle die Kriegsfilme aus Kinder- und Jugendtagen denken. Und genau so, wie dieser Steinsoldat, sahen darin immer die Feinde aus. Sie werden bestenfalls schmunzeln müssen.“

Was tun? Christo spielen, das Denkmal verhüllen? Etwas davor stellen? Eine andere Kirche wählen? Letztlich wird doch da gefeiert, das Denkmal bleibt, die Briten nehmen’s gelassen, mit englischem Humor.

 

Ein Auge, zwei Haken – Zeichen des Friedens sein gegen das Böse

Busan, Südkorea, 8. November 2013

Anderes Land, einige Jahre später. Busan, Südkorea, 8. November 2013. Der Abschlussgottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen: Es predigt Pater Michael Lapsley aus Südafrika, Leiter des „Institute for Healing of Memories“ (Institut zur Heilung von Erinnerungen). Ein Mensch, der bedacht um Worte ringt und immer ein Lächeln in einem Auge hat. Sein anderes Auge fehlt ihm, statt Händen stecken Metallhaken unter seinem liturgischen Gewand. Er predigt gegen alle Regeln des Anstands: Er spricht von sich selbst, von den Abgründen seiner eigenen Seele. Er predigt ewig lang, eigentlich unerhört lange, ich halte die Übersetzung der Predigt in den Händen, sechs DIN A 4 Seiten lang, kleine Schrift. Ich könnte alles mitlesen, schneller lesen als er und dann auf die Uhr schauen, wann er zum Ende kommt. Aber nein, ich sauge jedes Wort auf, mein Herz klopft. Er spricht von der Briefbombe, die ihm der südafrikanische Staat geschickt hat, weil er sich Nelson Mandela angeschlossen hat. Er spricht über das Menschsein an sich. (Kein heikles Thema lässt er aus: Auch nicht den Umgang der Kirchen mit sexuellen Minderheiten. Er habe einen Traum: „Dass ich noch zu Lebzeiten hören kann, wie alle Führungspersonen all unserer großen Glaubenstraditionen sich [bei diesen] auf die gleiche Weise entschuldigen wie ich.“)

„Meine liebe Schwestern und Brüder, ich frage mich oft: „Warum hast du eine Bombe überlebt, die dich doch eigentlich töten sollte?“ So viele andere verdienten es auch zu überleben, aber sie taten es nicht. Ich denke, es war wichtig, dass einige von uns überlebt haben, um Zeugnis abzulegen dafür, was Krieg und Hass mit den Körpern und Seelen der Menschen machen. Vor allem aber hoffe ich, auf meine eigene winzige Weise ein Zeichen dafür sein zu können, dass stärker als das Böse und der Hass und der Tod         die Kräfte der Gerechtigkeit, der Freundlichkeit, der Sanftheit und des Mitleids sind – die Kräfte des Friedens – des Lebens – die Kräfte Gottes.“ Am Schluss: Wird geklatscht.

 

In Westminster Abbey gehen die Lichter aus - 4. August 2014, London (Westminster)

4. August 2014. In Westminster Abbey wird des Kriegsausbruches vor 100 Jahren gedacht. Ich zeige bei der Sicherheitskontrolle meine Einladungskarte vor. Her Royal Highness The Dutchess of Cornwall, Prinzessin Camilla, wird kommen. Jeder Gottesdienstbesucher bekommt eine Kerze in die Hand. Ich bekomme meinen Platz zugewiesen, vorne links im nördlichen Querschiff mit Blick auf die Kanzel. Die Abbey ist bis auf den letzten Platz besetzt. Kameraarme schwenken durch die alten Gemäuer. Die Dame neben mir hat einen überdimensionalen Fascinator auf dem Kopf, der ständig wippt, Schatten wirft und schließlich auf den Boden fällt. Der ältere Herr rechts neben mir lächelt mich freundlich an und scheint sich im Stillen zu fragen, was ich hier will, so jung, hat mit dem Krieg doch nichts am Hut. Ich nicke zurück und vermeide es meinen deutschen Akzent zu offenbaren. Die Musik, wohl abgewogen zwischen Mendelssohn und Bach. EKD Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber steht in der Phalanx der anglikanischen Geistlichen, darf in dem minutiös geplanten Ablauf ein Gebet sprechen, auf Deutsch. Schließlich das Vaterunser. Normalerweise bete ich es auf Englisch, es ist mir vertraut geworden. Aber heute? Nein, denke ich, sollen sie es hören, wir sprechen verschiedene Sprachen und beten doch das Gleiche. Und doch flüstere ich mehr als dass ich spreche.

„In ganz Europa gehen die Lichter aus“ – gemäß dem Spruch des ehemaligen britischen Außenministers sind in der ganzen Kathedrale im Verlauf des Gottesdienstes nach und nach, Schiff für Schiff, alle Lichter und Kerzen ausgemacht worden, bis nur noch die Dunkelheit bleibt. Ebenso in der ganzen Stadt. Für eine Stunde, zum Zeitpunkt als Großbritannien in den Krieg eintrat, versinkt die sonst so hellerleuchtete Metropole in tiefem Schwarz.

Als ich die Kathedrale verlasse, durchschneidet eine Lichtsäule den Londoner Nachthimmel. Eine Lichtinstallation. Beziehungen zwischen Ländern können sich ändern, freundschaftlich werden. Erst nach Jahrzehnten? Ein Hoffnungsschimmer bleibt.

 

Zusehen oder eingreifen? - Oktober und November 2014

Wieder ein anderer Schauplatz. Oktober und November 2014. Syrien und Nordirak. Die Terrormiliz IS ist weiter auf dem Vormarsch, große Teile Syriens und des Iraks haben sie bereits unter sich. Waffen liefern oder nicht, zusehen oder eingreifen? Von der Leyen in der Kritik, die Bundeswehr sei zu schlecht ausgerüstet, viele Flugzeuge nicht einsatzfähig. Die Briten stimmen einem Kampfeinsatz zu, auch die Türkei. Deutschland diskutiert. Die Welt ist so komplex, die Konfliktregionen weit weg. Aber sind die existentiellen Wahrheiten in Wirklichkeit nicht ganz einfach: Make peace, not war. Make fashion, not war (Coco Chanel)? Nur heißt das nun wiederum einfach zusehen, wie die IS die demokratieliebenden Städte der Kurden in Grund und Boden schießt? Doch warum fliehen die „Demokratiekämpfer“ nicht, in der jetzigen Situation können sie doch ohnehin nichts ausrichten? Stell Dir vor es ist Krieg und keiner geht hin … Ist es eine Lösung, eine Waffe in die Hand zu nehmen?  Muss man es manchmal schlicht, um zu überleben oder andere zu schützen?

[Die Sünde zu vermeiden, kann die größte Schuld sein. – Eingreifen auf Bonhoeffers Art. 1945

Dietrich Bonhoeffer, Theologe und Widerstandkämpfer im 3. Reich, hat seinerzeit eine steilen Satz geprägt: Die Sünde zu vermeiden, kann die größte Schuld sein. Ein steiler Satz. Eine situationsbezogene Ethik, nicht verallgemeinerbar. Tyrannenmord bleibt Mord, eine Sünde. Und doch kann ich schuldig werden, wenn ich ihn nicht versuche.           Nur wer definiert den Tyrannen? Wer hat die Deutungshoheit? Welche Seite ist gut, welche böse?   Vielleicht ist das erste, das stirbt, die Wahrheit, denn die liegt in der Mitte und wird von beiden Seiten beschossen. Nicht nur sie stirbt. Menschen sterben wie Fliegen. Bei denen, die überleben, sind es die Seelen. Die nehmen Schaden. Unwiederbringlich. Die Sünde zu vermeiden, kann die größte Schuld sein. Ein steiler Satz, eine situationsgebundene Ethik. Und doch steht er da, Bonhoeffer, als steinerne Statue in der Galerie der Märtyrer am Portal von Westminster Abbey. Selbst hat er nicht gemordet, auch nicht den Tyrannen. Im Gegenteil, sein Leben hat er gelassen, um das Ausland von den Vorgängen in Deutschland zu unterrichten, möglichst vielen zur Flucht zu verhelfen und die Wehrmacht zu zersetzen. Wer hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde?]

 

[Keiner hat größere Liebe als der sein Leben lässt für seine Freunde. – Die Revolution der Jesusbewegung

Keiner hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde (Joh 15, 13). „Nicht doch, wehr Dich, Du bist unsere große Hoffnung, lass uns nicht im Stich.“ Zu gern hätte es der Dolchmann vor 2000 Jahren gesehen, dass er sich erhebt. Er, Jesus, hätte die Macht dazu gehabt, eine Revolution anzuzetteln, es den ungerechten Machthabern so richtig zu zeigen, Stärke zeigen, nicht länger klein beigeben. Iskariot, Dolchmann mit Beinamen, Judas mit Vornamen. Er, den er einstmals bewunderte, stirbt, schmählich, wie ein Verbrecher, am Kreuz. Er, Judas, schließt ab mit seiner Schuld, seinem Leben, erhängt sich. Ein definitiveres Ende einer Revolution kann es nicht geben, sollte man meinen. ]

 

Ein Meer aus rot und grün, Liebe und Hoffnung – Das Leben hat eben erst begonnen!

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht (Joh 12, 24). Vieles stirbt in unserem Leben, Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen, Träume. Aus und vorbei. So scheint es oft. So fühlt es sich an. Kein weiter, kein morgen. Kann das gut sein? „Aus. Vorbei.“?

Doch dann bekommt die tote Eierschale plötzlich einen Riss und frech hackt sich ein grüner Schnabel ans Sonnenlicht. Da bricht nach langem Winter verwegen eine grüne Spitze aus dem Erdreich hervor. Und auf den Schlachtfeldern von Verdun blühen die Mohnblumen. Erst eine, immer mehr, schließlich unzählige. Mohnblumen, soweit das Auge reicht. Ein Meer aus rot und grün, Liebe und Hoffnung. Aus und vorbei? Von wegen. Das Leben hat eben erst begonnen!

Und mit den Worten der Benediktinerin Schwester Ruth Fox, OSB (1985):

Gott segne euch mit ruhelosem Unbehagen über leichte Antworten, Halbwahrheiten und oberflächliche Beziehungen, sodass ihr mutig die Wahrheit suchen und tief in eurem Herzen lieben möget.

Gott segne euch mit heiligem Zorn über Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen, sodass ihr unermüdlich für Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden für alle Menschen arbeiten möget.

Gott segne euch mit dem Geschenk der Tränen, welche mit all denen vergossen wurden, die unter Schmerz, Zurückweisung, Hunger leiden oder unter dem Verlust von allem, was sie lieben, sodass ihr eure Hand ausstrecken könnt, um sie zu trösten und ihr Leid in Freude zu verwandeln.

Gott segne euch mit genug Verrücktheit zu glauben, dass ihr in dieser Welt einen Unterschied machen KÖNNT, sodass ihr, mit Gottes Gnade, das tun könnt, von dem andere behaupten, es sei unmöglich.

Gott des Lebens: Weise uns den Weg zu Gerechtigkeit und Frieden.

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus, unserem Herrn. AMEN.

 

Predigtlied                        661, 1-4                Ich glaube fest, dass alles anders wird