Foto von Jesus am Kreuz

Preisträger Lebenswerk 2012

Bischof i. R. Dr. Walter Klaiber

Eine Predigt von Bischof i. R. Dr. Walter Klaiber lesen Sie hier.

Geboren am 17. April 1940 in Ulm/Donau als Sohn des Elektromeisters Gotthilf Klaiber (1913-1983) und seiner Frau Babette Klaiber, geb. Lehnert (1914-1971) als Ältester von drei weiteren Geschwistern (Helmut *1943 - 1997; Rudolf *1944 und Eva-Maria *1956).

Aufgewachsen in Ulm, dort 1946-1950 Besuch der Grundschule (Wagner-Schule) und der ersten Klassen des Gymnasiums (Schubart-Oberschule für Jungen). 1952 durch Stellenwechsel des Vater verursachter Umzug nach Tuttlingen. Besuch der dortigen Oberschule bis zum Abitur im Frühjahr 1959.

Getauft (1940) in der Evangelischen Gemeinschaft, 1955 Aufnahme in die volle Mitgliedschaft dieser Kirche. Aktiv in der Sonntagsschule, Jungschar, Jugendkreis und Chor. Frühes Interesse an theologischen Fragen und der Auslegung der Bibel.

Sommersemester 1959 Beginn des Studiums in den Fächern Geschichte, Deutsch und Englisch an der Universität Tübingen. Zum Wintersemester Wechsel an die Evangelisch-theologische Fakultät, Erlernen der Alten Sprachen (Latinum und Graecum). Sommer 1960 bis Sommer 1961 Unterbrechung des Studiums für ein Gemeindepraktikum auf dem Gemeindebezirk Böblingen. Gleichzeitig im WS 1960/61 Besuch des Hebräischkurses in Tübingen und Ablegen des Hebraicums. Im Studienjahr 1961/62 Studium im Theologischen Seminar der Evangelischen Gemeinschaft in Reutlingen. Im Sommersemester 1962 Wiederaufnahme des Studiums an der Evangelisch-theologischen Fakultät Tübingen, vom WS 1962/63 bis WS 1963/64 fortgesetzt in Göttingen, ab SS 1964 in Tübingen. Fakultätsexamen im Sommer 1965.

Juli 1965 Heirat mit Dr. Annegret Klaiber, geb. Kaiser; drei Kinder: Christoph (*1967); Jonas (*1969); Simon (*1974) und sechs Enkel.

August 1965 Beginn der Arbeit als Pastor auf Probe der Evangelischen Gemeinschaft in Nürnberg, 1966 Ordination zum Pastor durch Bischof Reuben Mueller. Neben der Gemeindearbeit Arbeit an einer Dissertation über Fragen der Rechtfertigungslehre des Paulus unter der Betreuung von Professor Ernst Käsemann. Durch die Vereinigung der Methodistenkirche und der Evangelischen Gemeinschaft zur Evangelisch – methodistischen Kirche (United Methodist Church) seit 1968 Pastor dieser Kirche.

1969 für zwei Jahre beurlaubt, um die Vertretung einer wissenschaftlichen Assistentenstelle am Lehrstuhl Professor Käsemann an der Evangelisch-theologischen Fakultät in Tübingen wahrzunehmen.

1971 zum Dozenten für Neues Testament und Griechisch am Theologischen Seminar (jetzt: Theologische Hochschule) der Evangelisch-methodistischen Kirche in Reutlingen gewählt (Dienstantritt September 1971).

1972 Promotion zum Dr. theol. an der Evangelisch-theologischen Fakultät der Eberhard-Karls-Universität Tübingen auf Grund einer Dissertation zum Thema: Die Bedeutung der iustificatio impii für die Ekklesiologie des Paulus (in überarbeiteter Fassung als Buch erschienen unter dem Titel: Rechtfertigung und Gemeinde. Eine Untersuchung zum paulinischen Kirchenverständnis. FRLANT 127, 1982).

1977 zum Direktor des Theologischen Seminars gewählt.

Besondere Aktivitäten in der Zeit der Arbeit am Seminar:

1971-1974 Mitarbeit an der Revision der Lutherübersetzung des Neuen Testaments 1975

1980 – 1985 Mitglied der Delegation der EmK in den Lehrgesprächen mit der VELKD, die 1987 zur Kirchengemeinschaft mit den Kirchen der EKD geführt haben.

März 1989 Wahl zum Bischof der Evangelisch-methodistischen Kirche für das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlin (Amtsantritt 1.April 1989). Oktober 1992 Wahl zum Bischof für das Gebiet des wiedervereinigten Deutschlands.

1. April 2005 Eintritt in den Ruhestand.

Ökumenische Aufgaben während und nach der Amtszeit als Bischof:

1989 – 2007 Mitglied im Vorstand der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland; 2001 -2007 Vorsitzender der ACK in Deutschland.

1989 – 2005 Mitglied im Präsidium der Vereinigung Evangelischer Freikirchen und turnusgemäß drei Mal für drei Jahre Präsident der Vereinigung.

1989 – 2006 Mitglied im Exekutivausschuss des Weltrates Methodistischer Kirchen / World Methodist Council (WMC), 2000 – 2006 Mitglied im Präsidium. 1991 – 1996 und 2005 – 2011 Mitglied in der Dialogkommission WMC – Römisch-katholische Kirche; 1999 – 2000 Co-chair der Dialoggruppe Katholische Bischofskonferenz in den USA – United Methodist Church. Mitverfasser der Zustimmungserklärung des WMC zur Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre.

1974 – 2009 Mitglied der Verwaltungsräte der Württembergischen Privilegierten Bibelgesellschaft, der Deutschen Bibelstiftung und der Deutschen Bibelgesellschaft, 1999 – 2009 Präsident der Deutschen Bibelgesellschaft.

1989 – 2011 Mitglied im Herausgeberkreis Mit der Bibel durch das Jahr

1989 – 2010 Mitglied im Herausgeberkreis der Ökumenischen Rundschau

Neue Aufgaben im Ruhestand

2005 – 2010 Vorsitzender der Theologischen Kommission des Evangelischen Missionswerkes

2009 Gastsemester als Bischof in residence und Dozent für Biblische Theologie an der Candler School of Theology der Emory University in Atlanta.

Wichtige Veröffentlichungen:

Rechtfertigung und Gemeinde. Eine Untersuchung zum paulinischen Kirchenverständnis. FRLANT 127, 1982

Ruf und Antwort. Biblische Grundlagen einer Theologie der Evangelisation, Stuttgart/Neukirchen-Vluyn 1990 (Englische Übersetzung: Call and Response, 1997)

mit M. Marquardt: Gelebte Gnade. Grundriss einer Theologie der Evangelisch-methodistischen Kirche, Stuttgart 1993 (2. Aufl. Göttingen 2006) ; übersetzt ins Portugiesische (1999; 2. A. 2006), Englische (2001), Bulgarische (2002) und Koreanische (2007)

Gerecht vor Gott. Rechtfertigung in der Bibel und heute, Göttingen 2000 (EÜ: Justified Before God, 2006)

Auf Fels gebaut. Die Bergpredigt, Stuttgart, 2001, übersetzt ins Mazedonische (2005).

Das Leben teilen – Biblische Anleitung zu einer missionarischen Existenz, Stuttgart 2003

Schöpfung. Urgeschichte und Gegenwart. Biblisch-theologische Schwerpunkte 27, Göttingen 2005 (EÜ: On Creation, 2011)

Der Römerbrief. (Die Botschaft des Neuen Testaments), Neukirchen - Vluyn 2009

Das Markusevangelium. Die Botschaft des Neuen Testaments. Neukirchen - Vluyn 2010

Jesu Tod und unser Leben. Was das Kreuz bedeutet. Leipzig, 2011

Der erste Korintherbrief. Die Botschaft des Neuen Testaments. Neukirchen-Vluyn, 2011

- (Hg.), Methodistische Kirchen, Bensheimer Hefte 111, Göttingen 2011

Der zweite Korintherbrief. Die Botschaft des Neuen Testaments. Neukirchen-Vluyn, 2012