Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigt über Römer 12,2-12

Pfarrer Harald Aschenbrenner

in Niddawitzhausen

Einführung der neuen Kirchenvorstände im Kirchspiel

Vorbermerkungen: Die vorliegende Predigt in Versform richtet sich überwiegend an die neu gewählten und berufenen Kirchenvorsteherlnnen, die im September 2001 gewählt wurden. Am 1. Advent 2001 wurden sie offiziell in ihr Amt eingeführt. Zu diesem besonderen Anlaß wählte ich eine "besondere" Form, die in ihrer flapsigen Form viele Gottesdienstbesucher ansprach.


Die Predigt versucht z.T. auf die "Gaben und Begabungen" der Kirchenvorsteherlnnen einzugehen, obwohl sie sich drei sehr verschiedenen Auditorien ausgesetzt sah.

Liebe Leute,
Advent ist heute, -
der erste an der Zahl
und wir warten noch 3 mal.

Dann geht das letzte Türchen auf,
die Christnacht nimmt ihren Lauf
Gott selbst wird Mensch in einem Stall
Die Menschen freun sich überall.

Doch heute, wenn die erste Kerze brennt,
jeder kommt hierher gerennt,
denn weiteres gibt es zu sehen:
Menschen, die mit Jesus gehen.

Denn das, ihr Frau'n und Männer,
- die ihr seid Bibelkenner, -
steht schon in der heiligen Schrift,
dass in der Gemeinde jeder hilft.

Ihr seid berufen und gewählt,
das Dorf ab jetzt ganz auf euch zählt.
Die Ältesten nicht zu vergessen,
- das wär' vermessen.

Als Älteste und Vorsteher sollt ihr in Gottes Namen
die Wege der Gemeinde bahnen.
Sollt denken, brüten, beten, bitten, raten,
denn darauf tut der Pfarrer warten.

"Doch kann ich das? Wie kann ich helfen?
Ich bin doch keiner von den Elfen?"
Fragt mancher bange,
und hält gedankenvoll die Wange.

Ich möchte euch sagen, was der Paulus sagt:
Damit ihr lacht und ja nicht klagt.
Der Paulus also schreibt:
Zuallererst im Glauben bleibt!

Seid froh, dass Jesus für euch starb,
und so das ewig Leben euch erwarb.

In diesen Glauben "reingetauft",
seid ihr der bösen Welt geraubt.

Nichts kann uns jetzt mehr trennen,
nicht Tod, nicht Leid, kein hast'ges Rennen,
nach Lob, nach Sieg, nach Liebe,
- das alles fällt durch Gottes Siebe.

Er liebt uns nicht, weil wir so tolle Leute sind,
er machte dich und mich zu seinem Kind,
weil er in seinem Sohn
herabstieg von dem Himmelsthron.

Er wird wie du und ich und du
Und stellt sich einfach so dazu.
Lebt, leidet, klagt, wie jedermann es macht,
und zeigt darin seine wunderbare Macht.

Er muß nicht in den Himmeln bleiben,
wo die Engel zupfen und geigen.
Das ist doch öde,
denkt er sich
Sagt tschüs und wiedersehn:
"ich will mal zu den Menschen gehen"

Hier lehrt und lebt er "Lieben",
das hat jetzt nichts zu tun mit Trieben,
zeigt, dass Gott ein guter Vater ist,
der uns Menschen nicht vergißt.

Doch wollten das die Leute gar nicht hören.
"So'n Schmarn", das kann ich schwören,
so sagte mancher nach seinen Worten
"denn Frieden bringt das allerorten."

Doch Frieden will nicht jeder haben,
am Krieg kann man sich genüßlich laben:
da wird verdient, da wird gespannt,
es ist doch schön, wenn jemand überrannt.

Frieden nun, das muß nicht sein, -
Der Kaiser sagt: "Die Welt ist mein -
Und wer mich stört beim Herrschen,
den lehre ich, sich zu beherrschen."

Doch ging das nicht bei Jesus Christ,
weil der doch Gottessohn jetzt ist.
Bleibt nur der Mord, der Tod am Kreuz,
"rauf mit ihm ans Todesholz."

Gott lächelt milde über diese Tat,
weil er Größres mit Jesus vor hat.
Weckt Jesus von den Toten auf,
und schon nimmt der Glaube seinen Lauf.

Im Advent muß ich dran denken,
dass Gott sich will an uns verschenken.
Weihnachten geschieht es dann,
wie jeder in der Krippe sehen kann.

Und sonst: ist Gott dann tot und fort?
Bin ich allein an diesem Ort?
Nein, Gott schickt den Geist,
den er auf die Erde schmeißt.

Das sagt der Paulus nun zu uns.
Zum feinen Herrn und zu dem größten Schlunz:
Doch wie die Leut verschieden sind,
ist auch der Geist verschiedentlich gesinnt.

Der eine kann, vom Geist ergriffen,
die Spatzen ham's vom Dach gepfiffen,-
der eine kann von Gottes Weisheit reden,
der nächste nun aus vollem Herzen geben.

Die Nächste hört ganz wundervoll auf das, was Menschen sagen,
erträgt, erduldet alle Klagen,
und findet dann noch gute Worte,
die führen zu der Himmelspforte.

Die dritte nun, die hat Geschmack und Sinn,
für alles in der Kirche drin.
Sie schmückt und putzt und kehrt -
Auch hiermit wird ja Gott verehrt.

Der nächste hat das feste Gottvertrauen -
Ihn kann nichts aus den Latschen hauen.
Ein Mutmensch, ein Hoffnungsträger,
ein echter Schlechtelaunejäger.

Dann einer, der ist sehr besonnen,
es dauert, bis sein Werk begonnen,
doch sein Denken ist eine Gabe,
an der sich mancher andere labe.

Der Paulus sagt daher:
Es gibt verschiedne Ämter,
es gibt verschied'ne Kräfte
die wirken in des Menschen Säfte.

Doch alles fällt nicht so vom Himmel runter,
auf den Menschen unten drunter.
Nein, erst schickte Gott den heiligen Geist,
der seitdem in und um uns kreist.

Die Gaben teilt er jedem zu,
keinen läßt er in Ruh'.
In jedem steckt so viel von Gottes Güte,
so dass die Kirche immer blühte.

Paulus vergleicht die Kirche auch mit einem Leib,
an dem kein Glied ist nur aus Zeitvertreib.
Es wird gebraucht, was jeder in sich trägt,
nur ist es leider manchmal noch verdeckt.

Der kluge Paulus also hat gesagt,
dass jeder eine Gabe hat.
Dass jeder nun an seiner Stelle
Erstrahle in entsprechender Helle.

Doch keiner strahle so sehr um sich rum,
dass andere denken: "Ich bin ja dumm."
Ein jeder achte das, was ihm vom Geist gegeben,
und was der Nächste hat daneben.

Im Leib der Kirche ist also keiner besser,
beim Essen braucht man neben Gabeln auch die Messer.
Für jedes Ding ist nun ein andrer wichtig und auch gut,
und das macht nur für die Zukunft Mut.

Denn ihr Kirchenvorsteherleut, so verschieden ihr seid,
ein jeder sei an seiner Stelle bereit.
Keiner mache alles, schon gar nicht richtig,
keiner nehme sich zu sehr wichtig.

Jeder aber erspüre, was Gott in ihm hinterließ,
sperre auf Tor und Verlies,
dass das Gute in euch sich entfalten kann,
zum Wohl der Gemeinde, für Kind, Frau und Mann.

Eins aber laßt uns nicht übergehen:
Wenn wir auf die wartenden Aufgaben sehen:
Wir machen das ganzen nicht zum Scherz,
sondern aus vollem Herz.

Christus gab uns den Auftrag, die gute Botschaft zu sagen,
die Liebe in die Häuser zu tragen,
Vergebung zu leben
Und Freude zu geben.
Dass Versöhnung untereinander möglich ist,
weil uns von Gott vergeben ist.

Wenn ihr also fragt: "Was sollen wir tun?"
Sagt Gott: "nicht ruh'n!"
Seht zu, dass die Menschen Hoffnung wagen,
dass sie Liebe finden und Freude haben.

Dass sie einen Sinn in ihrem Leben entdecken,
dass wir die Gaben in ihnen wecken,
dass sie merken: ich werde gebraucht, - ich bin was wert,
ich bin o.K. und nicht verkehrt.

Wenn wir das schaffen, im Kleinen und Großen,
niemand vor den Kopf zu stoßen,
sondern einladen, erfreuen, und Mut ihm geben,
bin ich sicher, entdecken wir kirchliches Leben.

Wenn wir so an die Aufgabe gehen
werden wir Freude darin sehen.
Dann dürfen wir wissen in dieser Wartezeit:
Gott ist nicht mehr weit.

Auch im Kommen ist er schon hier
mit den Gaben in dir und in mir.
Mit dieser Gewißheit sage ich in Gottes Namen
daher jetzt: Amen

Amen