Foto von aufgeschlagenen Büchern

Predigtrap zu 1. Korinther 12,1-7

Pfarrer Christopher Williamson (ev)

04.05.2014 in Rommerode

Konfirmation

Den Predigtrap zur Predigt hören Sie hier.

 

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde,

Konfizeit ist eine besondere Zeit. Ein Jahr, in dem viel passiert, Zeit der Umbrüche, des Erwachsenwerdens, der Entwicklung. Eine Zeit, die anstrengend sein kann, für alle – für euch Jugendliche, für eure Eltern, für Lehrer und auch für die eigenen Freunde. Manche Freundschaft wächst, manche geht kaputt, einfach, weil sich so viel tut. Und eine ungeheure Energie steckt in euch, Motivation, Antrieb, viel auszuprobieren. Vielleicht nicht gerade in der Schule, aber überall sonst. Entdecken, wer man ist, alle Möglichkeiten nutzen! Und heute werdet ihr konfirmiert, ein wichtiger Schritt, der für euch dazugehört, ein kurzer Moment, auf den man sich freut, der auch schnell wieder vorübergeht, den euch aber keiner mehr nehmen kann – an den Tag heute werdet ihr lange denken. Und vielleicht auch erst später erkennen, was Konfer euch gebracht hat, was ihr nicht nur über Gott, sondern auch über euch selbst herausgefunden habt. Eine Zeit mit Langzeitwirkung. Eine Zeit, in der ein ganz besonderer Geist wehte, den ihr alle in euch tragt: Dafür habe ich euch einen Bibeltext rausgesucht. In der Übersetzung der Basisbibel.

1. Korinther 12

1Nun zu der Frage, was der Geist Gottes bewirkt.

Brüder und Schwestern,

ich will euch auch darüber nicht in Unkenntnis lassen!

4Es gibt zwar verschiedene Gaben,

aber es ist immer derselbe Geist.

5Es gibt verschiedene Aufgaben,

aber es ist immer derselbe Herr.

6Es gibt verschiedene Wunderkräfte,

aber es ist immer derselbe Gott.

Er bewirkt das alles in allen.

7Das Wirken des Geistes zeigt sich bei jedem

auf eine andere Weise.

Es geht aber immer um den Nutzen

für alle.

In der Tat, der Geist Gottes zeigt sich bei jedem anders, aber: er zeigt sich. Und ich will euch heute Mut machen, immer wieder auf diesen Geist Gottes in euch zu achten, der euer Leben ganz schön verändern und weiterbringen kann.

(Gitarre, Barhocker, Notenständer aufbauen)

Alles was ihr braucht (Musik und Text: Christopher Williamson)

1. Heute geht’s nicht um faire Kleidung1

Heute sage ich euch meine Meinung

Mit Sprechgesang geht das ganz gut

Ich habe Reime im Kopf und Beat im Blut

Ihr werdet heute alle konfirmiert

Habt ein Jahr geackert und ausprobiert

Mit der Kirche und mit Gott zu leben

Dabei locker zu bleiben und nicht abzuheben

Fangen wir doch mal ganz vorne an

Letztes Jahr im Mai, als alles begann

Da habt ihr Kerzen gebaut, die Kirche erkundet

Ins Gesangbuch geschaut und die Bibel bewundert

Ihr habt Trikots bemalt und Fußball gespielt2

Nur leider hat keiner ins Tor gezielt

Die Moral von diesem Fußball-Kick

Wir sind keine Mannschaft ohne Mick3

Ref.: Und alles, was ihr braucht,

ist heute ja zu sagen

ob gerufen, ob gehaucht

sagt ja auf diese Fragen:

ob ihr mit Gott geht

weil Gott zu euch steht

ob ihr spürt und seht

welcher Geist hier weht.

2. Zu neuen Ufern seid ihr aufgebrochen

Morgens aus dem Zelt gekrochen

Ihr lerntet surfen am Edersee

Einer konnte’s der hieß Lars Kreh4

Das Wetter war super, die Stimmung war heiß

Es gab kalte Pizza und warmes Eis

Ihr wart gekleidet in Neopren

Alle waren wunderschön

Alle surften alle strahlten

Alle kurvten alle prahlten

Ob’s im Glauben auch so ist?

Dass man alle Angst vergisst?

Ihr kamt nach Hause mit Selbstvertrauen

Ihr konntet sogar Hirtenstäbe bauen

Ihr habt gemerkt ihr könnt echt viel

Ein bisschen Übung – Kinderspiel

Ref.: Und alles, was ihr braucht,

ist heute ja zu sagen

ob gerufen, ob gehaucht

sagt ja auf diese Fragen:

ob ihr mit Gott geht

weil Gott zu euch steht

ob ihr spürt und seht

welcher Geist hier weht.

3. Doch Konfer ist nicht nur Surfen gehen

Nein man muss auch den Dienstag überstehn

Wir singen ein Lied stehn dazu auf

Und dann nahm die Stunde ihren Lauf

Erinnert ihr euch noch an unsere Themen?

An die spannenden und an die bequemen

An 10 Gebote, Rollstuhlfahren

Oder als wir beim Bestatter waren?

Egal was war, ihr konntet reden

Schnuddeln5, quasseln, auch ohne überlegen

Über manches habt ihr echt gegrübelt

In mancher Pause euch auch geprügelt

Wenn was los war, wart ihr am Start

Habt euch eingebracht auf eure Art

Habt gern geholfen und mitgemacht

Beim Kirchenfest, bei der Osternacht

Ref.: Und alles, was ihr braucht,

ist heute ja zu sagen

ob gerufen, ob gehaucht

sagt ja auf diese Fragen:

ob ihr mit Gott geht

weil Gott zu euch steht

ob ihr spürt und seht

welcher Geist hier weht.

4. Am Schluss jetzt noch die Frage, warum ich hier singe

Warum ich diese Worte in Reimform bringe

Die Idee ist von euch, etwas so zu sagen

Das, was wichtig ist, gerappt vorzutragen

Ihr habt mir gezeigt, was in euch steckt

Vieles, was ihr könnt, habt ihr selbst entdeckt

Manches davon habt ihr nicht gleich gecheckt

Aber ich glaube, dass Gott manches in euch weckt

So geht es also weiter, ihr seid auf dem Weg

Bekamt viele Talente in die Wiege gelegt

Wenn ihr weiterlauft seid ihr nicht allein

Gott der euch so viel schenkt, will mit euch sein

Ihr könnt etwas draus machen, oder drüber lachen

Könnt Gott nicht überwachen aber staunen über Sachen

Die er euch schenkt, wenn er das Leben lenkt

Wenn ihr an den denkt, der so an euch hängt.

Ref.: Und alles, was ihr braucht,

ist heute ja zu sagen

ob gerufen, ob gehaucht

sagt ja auf diese Fragen:

ob ihr mit Gott geht

weil Gott zu euch steht

ob ihr spürt und seht

welcher Geist hier weht.

Ich denke, ihr wisst, worum es mir geht. Ich möchte euch Mut machen, dran zu bleiben an der Sache mit Gott. Ich möchte das, weil ich selbst damit gute Erfahrungen gemacht habe, weil ich selbst glaube, dass Gottes Geist wichtig für mein Leben ist. Weil es spannend ist, Gott nach seinem Rat zu fragen. Und auch, weil ich dankbar bin, dass Gott mir so viele Möglichkeiten geschenkt hat, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen und zu gestalten. Die habt ihr auch.

Ich möchte an dieser Stelle auch daran erinnern, dass wir heute an diesem Feiertag auch an die Menschen denken sollten, die nicht so tolle Möglichkeiten haben, ihr Leben zu gestalten wie wir. Ich denke da an Jugendliche in Afrika und Asien, die gern zur Schule gehen oder einen Beruf lernen würden, die aber kein Geld dazu haben. Unsere Kollekte ist darum ganz bewusst für die „Ausbildungshilfe – Christian Education Fund“ bestimmt, die diesen Menschen hilft. Ein kleiner, aber feiner Verein unserer Kirche, bei dem das Geld auch wirklich da ankommt, wo es gebraucht wird. Und mit 10 oder 20 Euro kann man schon einem jungen Menschen ermöglichen, einen Schulabschluss zu schaffen oder eine Ausbildung anzufangen – manchmal bedarf es nicht viel, um Talente und Gaben zu fördern.

Für euch, liebe Konfis, ist der Weg frei ins Leben als Jugendliche. Ihr habt alles was ihr braucht, ihr seid bereit. Ich freue mich, euch wieder zu treffen, zu sehen, welche Wege ihr einschlagt, Gottes Geist geht mit euch, freut euch drauf!

Amen.

1 Ein Thema des Konfirmandenjahres war „Fairer Handel“. Dabei hatte ein Teil der Gruppe selbst (!) die Idee, zum Thema „Fair hergestellte Kleidung“ einen Rap zu schreiben.

2 Beim Kirchenkreisweiten Fußballturnier „KonfiCup“.

3 Mick, ein fußballbegeisterter Konfirmand, fehlte beim Turnier.

4 Die Konfirmandenfreizeit wird bei uns als Surffreizeit gestaltet. Der Surflehrer dort hieß Lars Kreh.

5 Nordhessisch für „Schwätzen“.